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Warum Matrix Reloaded deutlich größerer Brainfuck war als Matrix

matrix reloaded neo vs machines

Seit es 1999 in The Matrix hieß “Es gibt keinen Löffel”, hat sich mein Werte- und Glaubenssystem stark verändert. Ich meine, wie könnte man nach so einem Film die Welt noch mit unschuldigen Augen sehen? Die Wachowskis haben mit der Matrix Trilogie bewusst oder unbewusst ein nicht unwahrscheinliches Szenario für unsere Welt entworfen. Tatsächlich glauben dieser Tage immer mehr Menschen, dass wir tatsächlich in einer Matrix leben.

Doch bei den ersten Denkanstößen machten die Wachowskis damals nicht halt. Als ob sie uns helfen wollten, die wahre Implikation von The Matrix zu begreifen, lieferten sie uns diese Szene in Matrix Reloaded, in der NEO außerhalb der Matrix plötzlich die Maschinen spüren und aufhalten konnte, als WÄRE er noch immer IN der Matrix. Was damals die Frage aufwarf, ob er sich vielleicht in einer weiteren Matrix befindet? Für mich stellte sich noch konkreter die Frage, ob er nicht einfach das, was wir Realität nennen, genauso beeinflussen konnte, wie die Matrix, weil sie grundlegend denselben Regeln folgt, nämlich denen von „Beobachtetem und Beobachter“, oder auch „gibt es den Löffel oder gibt es ihn nicht?“. Neo konnte fliegen, Jesus konnte (vielleicht) übers Wasser gehen, noch Fragen?

Dass mittlerweile in einem Experiment im Prinzip bewiesen werden konnte, dass ein Baum, der im Wald umfällt, ohne dass jemand dabei ist, kein Geräusch macht, scheint wie unzählige andere Überlegungen und Experimente in dieselbe Richtung zu weisen: Unsere Realität ist nicht das, was wir glauben! Bzw., wer sich mit dem Law of Attraction schon mal beschäftigt hat, wird das verstehen: Die Realität, also das von uns Wahrgenommene, ist vielleicht immer nur GENAU das, WAS wir glauben. Jeder, der schon mal in einer Großstadt intensiv an jemanden gedacht hat, der ihm dann wunderlicher Weise über den Weg lief, kennt dieses Gefühl. Dass da manchmal Kräfte am Werk sind, die unsere (Schul-)Wissenschaft nicht wirklich erklären kann. Natürlich lässt sich so etwas problemlos und nachvollziehbarer Weise als „selektive Wahrnehmung“ abtun, keine Frage.

Trotzdem faszinierend, dass einige der größten Wissenschaftler und Denker unserer Welt sich mittlerweile einig sind, dass es wahrscheinlicher, oder zumindest gleichwahrscheinlich neben anderen Theorien ist, dass unsere Realität, die ja, genau wie Computercode aus kleinsten Teilchen besteht, eine Computersimulation ist. Ich meine, wenn scheinbar schon in String-Theory sowas wie Computercode gefunden wird, den in unserer Welt Computerbrowser benutzen, wird’s doch echt spooky, oder?

Aber unabhängig von Matrix können wir doch Wissenschaftler, die den Ursprung unserer Realität durch das Kausalitätsprinzip erklären wollen, nicht mehr wirklich ernst nehmen, oder? Natürlich sagen die Regeln unserer Welt (Der Code des Spiels?), dass auf eine Ursache immer eine Wirkung erfolgt. Doch gleichzeitig behaupten Verfechter der Kausalität, dass eine von 2 Sachen unsere Realität beschreibt: Entweder sie war schon immer da, ohne Anfang und Ende, oder sie wurde durch einen „Urknall“ erschaffen, bei dem kleinste Teilchen kollidiert sind. BEIDES wiederspricht der Kausalität. Besonders bei letzterem würde ich gerne wissen wo die kleinsten Teilchen ihrerseits wieder hergekommen sind. Punkt ist, wir wissen wie immer nichts. Doch, dass unsere Realität, die scheinbar kein Anfang und kein Ende hat, und nur dadurch zu existieren scheint, dass wir sie wahrnehmen, damit am ehesten einer Computersimulation gleicht, ist schon verdammt… abgefahren.

Gab‘s früher nicht mal von MB Spiele ein Brettspiel namens „Spiel des Lebens“? Ungewollt passend vermutlich. Wenn ich sehe, wie Computersimulationen immer realistischer werden, und wir versuchen im Bereich von VR und neuronalen Verbindungen noch mehr simulierten Realismus zu schaffen, halte ich es für nicht unwahrscheinlich, dass wir schon längst auf der Computerfestplatte von Aliens oder einer eigentlich schon technisch weit voran geschrittenen Menschheit existieren. Aber keine Angst, ihr könnt die Simulation unserer Welt nicht wie einst Commander Data in Star Trek durch die Worte „Computer, Programm beenden!“ versehentlich ausschalten. Ihr habt keine Admin-Rechte.

Aber Fakt ist doch tatsächlich: Wenn die Menschheit sich so weiter entwickelt wie bisher, dann wird sie eines Tages unweigerlich an dem Punkt angelangt sein, wo sie – wie bei Star Trek – alles auf Knopfdruck erschaffen kann. Sowas wäre fast göttliche Power, oder? Und was wäre die logische Konsequenz in einer Welt ohne Herausforderungen zu leben? Genau, furchtbare Langeweile. Würden wir uns dann nicht freiwillig in eine Art Matrix-Tiefschlaf schicken? Hätte „Gott“ nicht gerne einen Knopf auf dem „Überraschung“ steht? Könnte es nicht also sein, dass wir die Architekten sind? Könnte es nicht sein, dass wir, wie der englische Religionsphilosoph Alan Watts vorgeschlagen hat, … Gott … sind? Denkt mal auf eigene Gefahr ein bisschen drüber nach 😉

Über Thilo (1532 Artikel)
Hi, ich bin der Gründer dieses bekloppten Blogs. Außerdem Realitätsflüchter, Romantiker, Rollenspieler, Gamer, Fantasynerd, Kneipenphilosoph und hochstufiger Spinner. Manchmal jogge oder schwimme ich, doch meistens trinke ich Bier.

4 Kommentare zu Warum Matrix Reloaded deutlich größerer Brainfuck war als Matrix

  1. Sehr interessante Gedanken (jetzt ganz ohne ironischen Unterton). Ist dir das auch beim Joggen gekommen?

    • Mir kommt es immer beim Laufen 😉 Ne, das war einfach so, weil ich mich immer mal wieder mit so Kram beschäftige 🙂 Die Wissenschaft kommt ja gerade beim Thema Quantenphysik immer mehr auf solche Spuren, die alte (jämmerliche) Erklärungsansätze für den Ursprung des Seins entkräften.

  2. Lies mal „the last question“ von Asimov 🙂
    http://www.multivax.com/last_question.html

    Zudem: nehmen wir an, unsere Spezies kann irgendwann wirklich so gut wie alles in diesem Universum tun. Was gäbe es dann noch, um der Langeweile zu entrinnen? Man kann ja alles erschaffen, haben, machen, es gibt also keinerlei Knappheit oder „Wert“ im klassischen Sinne mehr außer ideellen. Die Lösung: etwas Neues, Autonomes erschaffen, also ein ganz eigenes Regelsystem mit Elementen, die autonom darin agieren. Ein Universum eben. Oder eine Matrix 🙂 Die Motivation wäre -ein paar Ebenen drüber- dieselbe wie bei einem Kleinkind, das mit Bauklötzen spielt.

    • Gerade gelesen, sehr geil 🙂 Ich denke tatsächlich, dass es bereits so sein könnte, dass wir, wie in der Geschichte am Ende beschrieben, bereits vor langer Zeit mit dem Supercomputer zu einem großen Bewußtsein verschmolzen sind. Und dann kan das unausweichliche: Wieder von vorn 😉 Bzw. durch Selbstlimitierung wieder neue Ziele haben…

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