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Filmkritik: Grabbers – Besoffene Horrorkomödie mit Tentakeln

Würdige Waffen ... das gibt Keinen.

Würdige Waffen … das gibt Keinen.

7 von 10 Pints

Was sollte man am besten tun, wenn die sommerliche Hitze den Geduldsfaden in Brand zu setzen droht? Genau, eine bunte Mischung von Cider-Dosen mit verschiedenen Geschmacksrichtungen in sich hinein kippen und dabei eine Monsterkomödie schauen, die im Land des Cider selbst, in Irland, spielt.

Strongbow-Dark-FruitBTW: Apfel und Birne sind ja Standard, doch ich kann auch das süffige „Dark Fruit“ empfehlen. Das ist ein bisschen wie leckere Limo, die euch recht schnell „den Christbaum anzündet“… aber back to topic.

Ich liebe es, wenn mich fernab von Sommer-Blockbuster-Rummel und gerade angesagten „DVD Rentals“ irgendein Film vollkommen, nicht nur mit seiner Existenz, sondern auch noch mit seinem spaßigen Inhalt, überrascht. „Grabbers“ wäre vollkommen an mir vorbei gegangen, wenn ich mir nicht vor einigen Tagen aus Langeweile die Trailershow des eher mittelmäßigen The Shadow Cabal gegeben hätte. Doch dem Gott der saftigen Wiesen sei Dank, bin ich dabei über diesen Trailer gestolpert.

Allein die schönen irischen Klippen, Strände und Wiesen kitzeln empfindlich mein Verlangen noch mal eine Tour über die „Emerald Isle“ zu machen und meinen Manapool mit grünem Mana aufzufüllen. Wobei als nächstes eigentlich noch mal die Schlösser und Seen von Schottland dran wären. Oder ein erstes Mal die atemberaubenden Fjorde von Norwegen. Oder ich fahre gleich mit dem Bus durch Neuseeland. Ich glaube, ich brauche dringend Erholungsurlaub… doch die Naturszenen und meine Sehnsucht danach, waren nicht das einzig Unterhaltsame an diesem Film.

Leichte Spoiler ab hier.

Grabbers posterDer Film, welcher komplett mit mir unbekannten Schauspielern bestückt ist, spielt in einem wunderbar verschlafenen Kaff an einer Küste Irlands, wo ein meist betrunkener Polizist eher unmotiviert nach dem Rechten sieht. Doch als ein Meteor mit außerirdischem Leben vor der Küste ins Wasser fällt, wird das beschauliche Leben der Bevölkerung vor Ort ein wenig „spannender“.

Bei Grabbers haben wir es mit einem recht „gewöhnlichen“ Monster-Mystery-Film zu tun, der allerdings ein wenig zu gut gemacht scheint, um als richtiger Trash durch zu gehen. Die Monster sind alle schön animiert (besonders die richtig Großen!) und es macht Spaß der teilweise etwas unterbelichteten Interaktion der Dorfbewohner mit diesen zuzuschauen.

„Unterbelichtetet“ bzw. „volltrunken“ ist jedoch in diesem Fall ein wichtiger Plot Point, denn die Einwohner finden schnell heraus, dass die Monster Alkohol, und besonders große Mengen davon im Blut, verschmähen. Also ist klar, dass zum Selbstschutz immer ein gewisser Promille-Gehalt im Blut sicher gestellt sein sollte. Eine Aufgabe, die den Einwohnern des Dorfes in ihrer Lieblingskneipe nicht sonderlich schwer fällt. Und genau das hat für mich den Charme dieses Films ausgemacht. Die Prämisse, dass sich Leute in malerischer Umgebung zum Schutz vor Tentakelmonstern kräftig die Kante geben müssen, ist einfach grandios und meiner Meinung nach oscarverdächtig. Natürlich haben wir es bei Grabbers nicht mit einem geschliffenen Mega-Blockbuster zu tun, doch der sympathische Cast, viele der Gags, die schöne Kulisse und die glaubwürdig animierten Monster verleihen diesem Film seinen ganz eigenen Charme. Ich kann ihn als eine Art Geheimtipp für ansonsten langweilige Abende nur empfehlen. Und wer vor Tentakelmonstern Angst hat, kann sich dabei ja einfach ein paar Cider, Guinnes oder Kilkennys auf die Lampe gießen.

In diesem Sinne … PROST!

Über Thilo (1635 Artikel)
<p>Hi, ich bin der Gründer dieses bekloppten Blogs. Außerdem Realitätsflüchter, Romantiker, Rollenspieler, Gamer, Fantasynerd, Kneipenphilosoph und hochstufiger Spinner. Manchmal jogge oder schwimme ich, doch meistens trinke ich Bier.</p>

4 Kommentare zu Filmkritik: Grabbers – Besoffene Horrorkomödie mit Tentakeln

  1. Oh ja, der steht auch bereits auf meiner Liste!
    Hach es gibt schon tolle Bierideen!

  2. Ja, der Film macht irgendwie Laune (die Szene mit der Nagelpistole…).
    Und Du kanntest Richard Coyle nicht? Der hat doch Ankh Morporks Postminister gepielt ( Going Postal kam vor gut ein paar Monden an einem Sonntag auf einem gewissen „Weichmacher“-Sender – N steht für Niveau).

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